RE-LIGIO DER HEILUNG, Krankheit - Angst vor der Wirklichkeit
       Leseprobe aus der Einführung
Das Buch zur Heilwerdung

Der Fall des Geistes in die Schöpfung, das, was als Trennung und Schuld gefühlt wird, hängt mit dem tief verwurzelten Glau­benssatz der Wertung zusammen, daß der Fall aus dem Mittel­punkt des Seins die Trennung von Gott bedeute, dem Ge­fühl, nicht mehr in der Liebe Gottes zu sein als Ausdruck der Dualität. Doch Dualität ist lebendige Schöpfung und keine Strafe. Dieses Gefühl von Schuld und Strafe ist das, was den Menschen nicht in das Geschenk der Liebe fallen läßt, um eins zu werden mit seinem wahren Wesen. Dennoch bleibt das wahre Wesen auch in der Dualität so rein und unberührt wie zuvor, denn die wahre Existenz unseres Christus-Bewußtseins, das der reinen Seele, ist und bleibt unsterblich. Dennoch empfindet die Seele durch den legitimen Aufbauprozeß der Involution, also über manche der zurückgelegten Inkarnationszeitläufe, Scham und Schuld­gefühle. Aber weder Gott noch Christus haben den Menschen jemals schuldig gesprochen. Solche Scham- und Schuldgefühle entstanden im Menschen selbst durch seinen durch Inkar­nationen hindurch gelebten Machtmißbrauch. Anstatt diesen Irrtum zu berichtigen - wieder in Balance zu bringen, was in die Trennung führte, die Konsequenzen aus diesem Macht­mißbrauch zu tragen - wurde ein unbewußtes Schuld- und Strafhologramm der Angst entwickelt, das nicht nur den ein­zelnen, sondern die ganze Menschheit gefangen hält. Eine Seele, die sich unbewußt nach Strafe sehnt, in dem irrtümlichen Glauben verhaftet bleibt, durch Strafe und Selbstkasteiung Befreiung zu finden, die hofft, hierdurch wieder in die Re-Ligio eintreten zu können, leidet Entsetzliches über unzählige Inkar­nationen hinweg, bis endlich die Wahrheit zutage tritt. Doch Christus kam in die Welt, um uns von diesem Irrtum zu erlösen.

Wie streng ist indes der Mensch häufig mit sich selbst, wie sehr übt er Kritik an sich und ist der große Selbstkritiker, der kein "gutes Haar" an sich läßt, da er sich nicht annehmen kann, wie er ist. Immer geht er im Vergleichen und meint, schöner, besser und tüchtiger sein zu müssen als andere. Doch um in die Ganzheit der Einheit zu gehen, müssen wir den Kritiker in uns loslassen, ihn durch Selbstannahme und Herzensliebe er­setzen, uns so annehmen, wie wir wahrhaftig sind - mit allen Schattenanteilen. Und es ist nicht so wichtig zu wissen, wer oder was in uns Mangel lebt, sondern es gilt, dieses Ja zu sich selbst zu sprechen, sich in Selbstliebe anzunehmen. Denn solange Seelenanteile noch nicht integriert sind, wir eine innere Schranke und Abwehrhaltung diesen gegenüber aufbauen, so lange ist der Ganzwerdung, dem Licht des inneren Christus-Bewußtseins und einem bejahenden, freudigen, irdischen Leben ebenfalls eine Schranke gesetzt. Erst das innere Öffnen in Selbstannahme öffnet auch das Herz für die Liebe und das Verständnis nach außen und nur dadurch kann Einswerdung erfolgen. Erst in dieser Wahrhaftigkeit finden wir alles, was das Herz wirklich ersehnt. Der ganze Mensch ist gefragt und nicht einzelne Teile, die als "gut" oder "böse" bewertet werden, denn es geht nicht um Bewertung, sondern um das, was ist! Das ist wahres, leben­diges Sein, wenn wir bereit sind, aus dem wahren Augenblick heraus zu leben. Und nur in der Begegnung mit anderen Menschen liegt die einzige Möglichkeit, die Energie der Liebe und Erkenntnis zu leben, sie zu erlernen. Wer die eigenen Schatten nicht erkennt, für den gibt es weder in der selbst gewählten Flucht in die Einsamkeit, noch in der jenseitigen Welt wahren Frieden, irgendeine Art der Glückseligkeit, wie es sich so viele erhoffen. Darum geht es in diesem Buch und auch darum, was dieses "Jenseits" denn nun eigentlich bedeutet, was Christus mit "Nachfolge" meinte und wie Seine Worte "Die Wahrheit wird euch frei machen" zu verstehen sind - also um das, was Wirklichkeit ist. Doch zugleich gilt es zu begreifen, daß wir vor allem Menschen sind in dieser Welt, weder "Engel" noch "elende Sünder", wie so viele meinen, die das Ich mit dem Ego verwechseln und eine Definition ist hier angebracht:

In der Phase der Involution, in deren Zuge das Ich erst aufgebaut und dann immer stärker wurde, war dies ein völlig legitimer Schöpfungsprozeß. Aus dem BIN (dem reinen Sein) Gottes mußte ein ICH als Bewußtsein zum ICH BIN aufgebaut werden, in der die eigene Wesenheit sich selbst erkannte, "ICH" sagen durfte: denn ICH, als das innere Christus-Bewußtsein, erfahre MICH durch jeden Menschen. Dieses ICH ist zugleich auch das Christus-Bewußtsein in einem jeden Menschen und letztlich in allem, was ist. Es gibt nur diese eine Sonne des Herzens als das Licht des Lebens, welches hinausgestellt wurde in den Schöpfungsprozeß durch die Teilung unendlich vieler Sonnen in unendlich viele Herzen. Erst dadurch wurde dann, in Folge der Menschwerdung, auch das Ego erschaffen durch Macht­mißbrauch der Gedankenvorstellungen, im Spiel des Kräfte­messens durch das luziferische Prinzip. Und es gab diejenigen, die sich weigerten, an diesem Schöpfungsprozeß teilzunehmen, jene Seelen aus dem "Geist des Widerstandes" heraus, die dann so tief fielen, weil sie sich von Anbeginn durch die Los­lösung aus der Ganzheit bestraft fühlten. Zum Teil auch jene Seelen, die heute so viel Angst haben, sich in die Materie zu verstricken, weil diese Ur-Angst der Seele immer noch unbewußt wirksam ist. Ganz im Gegensatz zu denen, die sich ängstlich an der Materie festklammern aus Angst vor ihrer geistigen Wir­klichkeit, die vergessen wurde. Denn der allererste subtile Energieprozeß war das Empfinden von Angst, die Schwingung einer solchen, als die Seele Seele wurde, die Angst, nicht mehr in der Ur-Quelle zu sein, aber auch nicht zu verstehen, warum sie in den Kreislauf der Schöpfung gestellt wurde. Das schuf die erste Energieform der Angst und Schuld, und aus dieser Angst­identität heraus wurde das Energiepotential geschaffen, aus dem dann weiter geschöpft wurde. Es entstand das Schwin- gungsfeld einer immer größer werdenden Verdichtung, aus der immer weitere Verunreinigungen geschaffen wurden, bis in die Verdichtung dieser nun grobstofflichen Welt.

Das war/ist die Situation des Menschen, die Situation, die ein altes Gleichnis von Meer und Welle versinnbildlicht. In dem Moment, als die Welle "Ich" sagte, aus dem großen ICH gefallen war, war sie automatisch, obwohl sie immer noch Meer war, abgesondert und begann sich zunehmend so zu fühlen - einsam und isoliert. Aufgrund der dadurch entstandenen "Eigenschöp­fung" war die Welle als das kleine "Ich", das entstandene Ego, nicht mehr an dem Meer, dem großen ICH, interessiert; es hatte die eigene Quelle vergessen. Was will ein Ego? Es möchte sich selber leben und ist gar nicht interessiert an seelischem Wachstum, und erst recht nicht daran, einer Quelle zu dienen, die es gar nicht kennt. Das Ego hat nur einen Wunsch - sich selbst zu dienen, also reicher, machtvoller und berühmter zu werden. Jedoch das Ich des Menschen, der durch Erkenntnis gereift ist und sich im Zyklus der Rückkehr zur Quelle befindet, erkennt sich zunehmend in dem Meer des Lebens, gibt sich freiwillig dienend dem Ganzen. Das Ego jedoch wird niemals dienen, denn es steht sich selbst im Wege, was die Schatten­bildung nur noch fördert. Solange wir unseren Irrtum "vor" die Wahrheit stellen, unsere Vorstellungen für die Wahrheit halten, solange werden wir nicht das Jetzt der Augenblicks-Energie von Wahrheit erfahren, die so wichtig ist. Erst in der eigenen Wahrhaftigkeit, sind wir in dieser fokussiert, werden Vergang­enheit und Zukunft zu einem Augenblick verschmolzen, wodurch auch das Gefühl, "immer etwas tun zu müssen", um sich "Liebe zu verdienen", aufhört, nicht mehr besteht. Erst dann stehen wir an dem Punkt unserer Ur-Quelle, werden mit dieser wieder eins. Denn weder die Vergangenheit - in der wir alle Speicherungen unserer eigenen Projektionen, Wünsche und Bedürfnisse auf­gebaut haben, die Summe aller Erfahrungen unserer vielen, gelebten Leben - noch die Zukunft sind von Bedeutung, nur das Jetzt.

Innere Heilung, die Heimkehr zu uns selbst, ist erst möglich, wenn wir alle Anteile der Seele in uns umarmen, uns in Ganzheit annehmen und nicht auf Grund von Dogmen und anerzogenen Glaubensmustern das, was auch in uns ist, einfach ablehnen, weil "man" es so nicht akzeptieren kann (den auch in uns enthaltenen Mörder, Triebtäter, Lustmolch, Trinker, Feigling oder Satanisten etc.). Wir müssen lernen, alles in uns zu akzeptieren, was immer wir sind, (auch in früheren Inkarnationen) waren oder getan haben. Erst dann ist wahrhaftig eine Ganzwerdung mög­lich, erst dann können wir als Seele in die Freiheit gehen, Seelenzyklen abschließen und aus dem ewigen Rad des Kar­mas treten. Aus der ständigen Repetition eigener, selbstge­schaffener Verhaltensmuster und deren Verleugnung wurde und wird der Mensch das eigene Opfer solcher in sich selbst­geschaffener Strukturen. Mit Annehmen ist nicht eine Auffor­derung gemeint, das Böse zu leben und/oder zu akzeptieren, sondern die Aufforderung zu dem, was ist, unser Ja zu sagen. Also zu allen Anteilen, von denen wir eben aus diesem Grunde einige lieber "draußen" ließen, sie damit abspalten, da wir sie nicht haben wollen; aus der Meinung heraus, daß sich die Voll­kommenheit der Liebe mit diesen Teilen nicht vereinbaren oder erreichen läßt. Niemals hat Christus von uns als Mensch gefordert, daß wir ohne Schatten sein müssen, wollen wir die Nachfolge antreten. Ja, wir sollen vollkommen werden, wie unser Vater im Himmel ist, um mit Ihm zu verschmelzen, doch das ist der Weg als Ziel - ein Prozeß. Selbst Jesus hatte Schatten, bevor Er zum Christus wurde, denn wie hätte Er durch Luzifer versucht werden können, wenn Er nicht selbst das luziferische Prinzip in sich getragen hätte, welches auch Er zu überwinden hatte. Denn in dem Moment, als in Ihm das reine Christus-Bewußtsein durch irdische Geburt Mensch wurde, Er auf Erden geboren wurde, war auch hiermit die Trennung von der Quelle gegeben, war Er der Dualität ausgesetzt. Erst als Jesus zum Jesus-Christus wurde, löste sich diese Dualität in der Einheit Seines wahren Wesens wieder auf. Erst recht dürfen und können wir von uns auf Erden nicht sofort Vollkommenheit erwarten, uns nicht einer überhöhten Erwartungshaltung und dem Druck hin- geben, es Ihm hierin gleichzutun, einer Erwartungshaltung, die wir nicht erfüllen können, vor allem durch einen solchen Druck. Welch hohen Energieverschleiß bewirkt der Glaube an Vollkommenheit in der Dualität auf Erden, die wir erreichen wollen, um Ihm nachzufolgen. Erst durch vollkommene Wahrhaftigkeit in uns werden wir einem solchen Anspruch ge­recht, in einem Akt der Liebe oder der Berührung zu unserem Nächsten, den wir lieben sollen wie uns selbst; sei es in der Achtsamkeit und Ehrlichkeit unserer Gefühle, der Freude und Liebe, in der Hingabe der Sexualität oder auch anderswo - nur dort, wo wir mit uns selbst wahrhaftig sind - selbst im Zorn -, nur dort können wir Vollkommenes tun, nur dort wird die Fülle und der Reichtum des Herzens wahrhaft gelebt.

Wir können uns selbst und den Menschen natürlich etwas vormachen, uns etwas vorstellen, um die Wahrheit zu verdecken, können so versuchen, uns selbst zu belügen oder nach außen hin besser zu erscheinen - doch können wir dies nicht gegen­über dem Einen, der uns alle besser kennt als wir uns selbst. Wären die Menschen endlich bereit, die Wahrheit über sich selbst anzunehmen, das vorhandene Licht zu sehen, anstatt nur den Spiegel der eigenen dunklen Schatten, bereit, durch Wahr­heit in sich selbst mehr Licht zu erzeugen, so bräuchten sie das eigene Unvermögen nicht ständig in anderen zu suchen; es wäre überall mehr Frieden, die Welt insgesamt wesentlich ge­sünder. Doch was ist Wahrheit, und vor allem die Wahrheit? Eine oder die Antwort wird nicht der klügelnde, grübelnde Verstand zu finden vermögen, mag er auch noch so verbissen nach einer solchen suchen, und man wird die Wahrheit auch nicht in diesem Buche finden, sondern nur in sich selbst, in einem er­kennenden Herzen. Da Wahrheit ist, gibt es nichts zu suchen, sondern nur zu erkennen. Doch Erkenntnis wird nicht dadurch erreicht, daß wir öffentlich Buße tun aus der Motivation der Selbstbestrafung heraus, dem Glaubenssatz, nur durch Strafe, Buße und Sühne in die Nachfolge der Einheit mit Christus zu kommen. Und das ist eigentlich alles, was es zu berichtigen gilt, was der Mensch in sich zu korrigieren hat, denn dann tritt er in die Nachfolge Christi automatisch ein - durch gelebtes Leben und die Annahme: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

Wir sind wie ein Computer, der durch viele Leben Erfahrungen gespeichert hat, denn die Psyche ist ein Speicherorgan und hat alle Glaubenssätze festgehalten, die im Laufe vieler Inkarna­tionen aufgebaut wurden. Diese Glaubenssätze wollen nun als Energie, als das, was sich als Glaubensdogma verfestigt hat, durch uns in der inkarnierten Form auch leben. Geben wir die­sen Energien durch Annahme "Ehre", indem wir an sie glauben und dadurch nur noch bestätigen, daß wir "unwürdig" sind, so nähren wir diese Energien erneut, bauen sie auf und bestätigen, daß sie ein Recht darauf haben, sich unwürdig zu fühlen, was sie dann auch vehement zu vermitteln versuchen. Solch eine Trennung von der Wirklichkeit durch die Schatten zuzulassen, ist widergöttlich, ist wahrlich Sünde. Auch wenn der Mensch noch ein Werdender ist, so soll und muß er dennoch seinen Stellen­wert in der Schöpfung erkennen. Ja, er ist sterblich und der Dua­lität ausgesetzt, doch sind es zwei Dinge, die es dabei zu ver­tiefen und zu erkennen gilt: "Siehe Ich (der Christus) mache alles neu" und "Ich errichte das Himmelreich in dieser Welt!" Die Wurzel allen Elends, allen Leids kommt aus dem Gefühl der Unwürdigkeit, dem mangelnden Selbstvertrauen, ein wahres Kind Gottes zu sein, welches aus seinem embryonalen Zustand in seine wahre von Gott gegebene Schöpfernatur, in das Chris­tus-Bewußtsein, hineinwächst. Doch die Anteile der Seele, die "draußen" gelassen wurden, versuchen immer mit Gewalt Aufmerksamkeit durch Spiegelung (Resonanz) zu erregen, und so werden die Menschen zum Werkzeug ihrer eigenen uner­lösten Energien, was dann "Satan" und dem "Teufel" zuge­schrieben wird, dem ach so Bösen in der Welt. Sagte Jesus uns nicht, daß wir unsere Feinde lieben sollen, und dies als ein Gesetz des Lebens!? Hier finden wir den Grund für das, was so vielen völlig unmöglich erscheint. Wenn wir aber sagen können: "Ja, das bin auch ich" (nur zu der uns bedrängenden Energie), so werden die bedürftigen, die noch nicht revidierten Energien der Schattenanteile als Glaubenssätze (unsere wahren Feinde) als ein Hologramm mit negativer Kreuzzugwirkung - nur durch Strafe komme ich in den Himmel - erlöst. Denn diese Muster mit oft mächtiger Kraft möchten ihre negative Wirkung durch Resonanz leben. Wenn wir uns jedoch, wie leider in den meisten Fällen, dessen nicht bewußt sind - deshalb heißen diese Energien ja auch Schatten - so führen uns diese im Außen in Begegnung mit "bösen" Menschen oder schwierigen Situa­tionen, die an uns herantreten und so zu Erfüllungsgehilfen unseres Schicksals werden. Denn wie sonst sollen sich diese Schatten bemerkbar machen?

(c) 2010 http://www.hossenfelder.de